Putting verbessern

~6 Min.6 Kapitel4 Podcast-Tipps

Technik, Grün lesen und Distanzkontrolle — verständlich erklärt mit Übungen für jedes Level #GolfFürAlle

01

Putting-Grundlagen

Warum der Putt der wichtigste Schlag im Golf ist

Putting macht rund 40% aller Schläge einer Golfrunde aus. Ein Spieler mit HCP 36 braucht im Schnitt 36 Putts pro Runde — genauso viele wie alle anderen Schläge zusammen. Wer weniger puttet, senkt sein Handicap am schnellsten.

1Was ist ein Putt? Ein Putt ist ein Rollschlag auf dem Grün mit dem Putter. Der Ball soll nicht fliegen, sondern kontrolliert zum Loch rollen.

Warum Putting so entscheidend ist:

  • Ein eingesparter Putt pro Runde = 18 Schläge weniger pro Saison
  • Dreiputts sind der häufigste Grund für hohe Scores
  • Putting ist der einzige Bereich, den man ohne Golfplatz üben kann (Teppich!)

Die drei Putting-Disziplinen:

  1. 1Kurze Putts (unter 2m): Einlochen — hier zählt Präzision
  2. 2Mittlere Putts (2-5m): Die Birdie-Zone — Technik und Lesen
  3. 3Lag Putts (über 5m): Distanzkontrolle — nah ran, Dreiputt vermeiden
Kernaussage

Putting ist 40% deiner Schläge. Ein Putt weniger pro Runde spart 18 Schläge pro Saison.

Übe es auf Bahn B5

Par 3, 75m — das kürzeste Loch. Hier entscheidet allein der Putt über Par.

19m38m56m5PAR 375 mHCP 7B5
B-Bahnen

Loch B5

Par 375mHCP 7
4 GrünbunkerDetails
War das hilfreich?
02

Die richtige Putting-Technik

Setup, Griff und Pendelbewegung — weniger ist mehr

Gutes Putting basiert auf Einfachheit und Wiederholbarkeit. Komplizierte Bewegungen gehören nicht aufs Grün.

Setup:

  • Augen direkt über dem Ball (nicht davor, nicht dahinter)
  • Schultern parallel zur Ziellinie
  • Leichte Kniebeuge, Gewicht gleichmäßig verteilt
  • Arme hängen entspannt, Ellenbogen nah am Körper

Griff: Der Putting-Griff unterscheidet sich vom normalen Griff. Beide Daumen zeigen nach unten auf den Schaft. Beliebte Varianten:

  • Reverse Overlap: Linker Zeigefinger über den rechten Fingern — der Klassiker
  • Cross-Hand (Left Hand Low): Linke Hand unter der rechten — für mehr Stabilität
  • Claw Grip: Rechte Hand "krallt" den Schläger — gegen Zucken

1Bewegung

Schultern als Pendel. Handgelenke bleiben komplett ruhig. Der Putter schwingt wie ein Metronom — gleich lang zurück und durch. Kein Beschleunigen, kein Abbremsen.

Kernaussage

Augen über dem Ball, Schulter-Pendel, ruhige Handgelenke. Putting ist Einfachheit.

Golfstunde Cover

Golfstunde — Folge 28

Die Grundlagen für gute Putts

Übe es auf Bahn C5

Par 3, 122m — hier übst du verschiedene Putt-Längen auf dem C-Platz.

31m61m92m5PAR 3122 mHCP 9C5
C-Bahnen

Loch C5

Par 3122mHCP 9
Details
War das hilfreich?
03

Grün lesen — die unterschätzte Kunst

Break, Neigung und Geschwindigkeit richtig einschätzen

Das Grün richtig zu lesen ist der Unterschied zwischen einem Einputt und einem Dreiputt. Die meisten Amateurgolfer unterschätzen den Break.

1Schritt 1 — Überblick verschaffen

Schon beim Gehen zum Grün die Gesamtneigung beobachten. Wo ist der tiefste Punkt? Wo fließt Wasser ab? Das gibt dir den groben Break.

2Schritt 2 — Hinter dem Ball

Geh hinter deinen Ball und schaue die Linie zum Loch ab. Neigt sich das Grün nach links, rechts, bergauf oder bergab? Schätze den Break in Zentimetern.

3Schritt 3 — Die Regel: Doppelt so viel Break wie gedacht

Die meisten Amateurgolfer lesen zu wenig Break. Wenn du denkst "10 cm rechts", ziele 20 cm rechts. Lieber zu viel Break und auf der hohen Seite vorbeirollen als auf der niedrigen Seite keine Chance zu haben.

Bergauf vs. Bergab:

  • Bergauf: Mutiger putten, Ball rollt kürzer als gedacht
  • Bergab: Vorsichtiger, Ball nimmt mehr Geschwindigkeit auf und bricht stärker
Kernaussage

Die meisten Amateurgolfer lesen zu wenig Break. Faustregel: Doppelt so viel Break wie dein Bauchgefühl sagt.

Übe es auf Bahn B9

HCP 1 — das schwierigste Loch. Grün lesen entscheidet über Par oder Doppelbogey.

81m162m242m9PAR 4323 mHCP 1B9
B-Bahnen

Loch B9

Par 4323mHCP 1
4 GrünbunkerDetails
War das hilfreich?
04

Distanzkontrolle — der Schlüssel zum Lag Putt

Nah ran statt reinwollen — so vermeidest du Dreiputts

Bei langen Putts (über 5 Meter) ist das Ziel nicht das Loch — sondern ein imaginärer Kreis von einem Meter um das Loch. Wer in diesen Kreis puttet, vermeidet Dreiputts.

1Die 1-Meter-Regel

Dein Lag Putt soll innerhalb von einem Meter am Loch enden. Von dort ist der zweite Putt fast immer sicher.

Distanz üben:

  • Pendellänge = Distanz: Kurzer Rückschwung = kurzer Putt. Langer Rückschwung = langer Putt. Die Durchschwunglänge bleibt immer gleich (oder leicht länger als der Rückschwung).
  • Probeschwung mit Zielfokus: Schau beim Probeschwung aufs Ziel, nicht auf den Ball. Dein Körper kalibriert die Distanz automatisch.
  • Drei Bälle, drei Distanzen: Übe mit drei Bällen auf 3m, 6m und 10m. Wechsle nach jedem Ball die Distanz.

2Tempo statt Kraft

Gute Putter haben ein gleichmäßiges Tempo. Schlechte Putter beschleunigen oder bremsen ab. Übe, bei jedem Putt dasselbe Tempo zu halten — nur die Pendellänge ändert sich.

Kernaussage

Bei langen Putts: nicht einlochen wollen, sondern in den 1-Meter-Kreis ums Loch. Das verhindert Dreiputts.

Golfstunde Cover

Golfstunde — Folge 30

Die vier besten Putt-Übungen zur Distanzkontrolle

Übe es auf Bahn A4

Par 4, 417m, HCP 3 — langes Loch, oft bleibt ein langer Lag Putt übrig.

104m209m313m4PAR 4417 mHCP 3A4
A-Bahnen

Loch A4

Par 4417mHCP 3
4 GrünbunkerDetails
War das hilfreich?
05

Kurze Putts sicher einlochen

Unter 2 Meter — hier darfst du nicht zweifeln

Kurze Putts (unter 2 Meter) sind technisch einfach, aber mental die größte Herausforderung. Hier entscheidet Selbstvertrauen.

1Die Technik

Bei kurzen Putts ist der Break oft vernachlässigbar. Ziele direkt aufs Loch und putte fest genug, dass der Ball 30-50 cm hinter dem Loch stoppen würde (wenn er vorbeigeht). Zu zaghaftes Putten ist der häufigste Fehler.

Routine ist alles:

  1. 1Hinter dem Ball: Linie bestimmen (kurz, 5 Sekunden)
  2. 2Aufstellen: Schlagfläche zur Linie ausrichten
  3. 3Ein Blick zum Loch, zurück zum Ball
  4. 4Putten — ohne Zögern

2Die "Mach es einfach"-Regel

Denke nicht länger als 10 Sekunden über einen kurzen Putt nach. Je länger du stehst, desto mehr Zweifel kommen. Routine, ausrichten, putten.

3Übung — Der 1-Meter-Kreis

Lege 4 Bälle in einem Kreis um das Loch (1 Meter Abstand, 4 Himmelsrichtungen). Loche alle vier ein. Dann auf 1,5 Meter vergrößern. Ziel: 10 von 12 einlochen.

Kernaussage

Bei kurzen Putts: fest genug putten und nicht zu lange denken. Routine, ausrichten, putten — fertig.

Golfstunde Cover

Golfstunde — Folge 18

Kurze Putts sicher einlochen

Übe es auf Bahn C4

Par 4, 281m — kurzes Par 4, oft hat man einen kurzen Birdie-Putt.

70m141m211m4PAR 4281 mHCP 6C4
C-Bahnen

Loch C4

Par 4281mHCP 6
3 GrünbunkerDetails
War das hilfreich?
06

Putting üben — zu Hause und auf dem Platz

15 Minuten pro Tag auf dem Teppich bringen mehr als du denkst

Putting ist die einzige Golf-Disziplin, die du effektiv zu Hause üben kannst. Ein Teppich und ein Glas reichen.

1Zu Hause — Der Teppich-Drill

Lege ein Glas (oder einen Putting-Cup) auf deinen Teppich. Übe aus 1, 2 und 3 Metern Entfernung. 15 Minuten pro Tag verbessern dein Putting messbar innerhalb von 2 Wochen.

2Auf dem Übungsgrün — Die Gate-Übung

Stecke zwei Tees links und rechts der Puttlinie, gerade breit genug für den Putter. Putte durch das "Tor". Wenn der Putter die Tees berührt, ist deine Schwungbahn nicht gerade.

3Auf dem Platz — Das 3-Putt-Tagebuch

Notiere nach jeder Runde: Wie viele Putts? Wie viele Dreiputts? Wie viele Einputts? Allein das Bewusstsein senkt die Puttzahl — weil du anfängst, auf dem Grün aufmerksamer zu spielen.

4Der Rhythmus-Drill

Putte mit geschlossenen Augen aus 3 Metern. Das schärft dein Gefühl für Tempo und Distanz, weil du dich nicht auf das Loch fixierst.

Kernaussage

15 Minuten Putting auf dem Teppich pro Tag — nach 2 Wochen wirst du den Unterschied auf dem Platz spüren.

War das hilfreich?
08

Häufige Fragen zum Putting verbessern

6 Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ein Golfer mit HCP 36 braucht im Schnitt 36 Putts pro 18 Löcher. Tour-Pros liegen bei 28-30 Putts. Jeder eingesparte Putt pro Runde senkt dein Handicap direkt. Ziel für Amateurgolfer: unter 34 Putts.
Ein Teppich und ein Glas reichen. Übe aus 1, 2 und 3 Metern auf einen umgedrehten Becher oder Putting-Cup. 15 Minuten pro Tag verbessern dein Putting messbar innerhalb von 2 Wochen.
Schritt 1: Gesamtneigung vom Weg zum Grün beobachten. Schritt 2: Hinter dem Ball die Linie ablesen. Schritt 3: Doppelt so viel Break einplanen wie dein Bauchgefühl sagt — die meisten Golfer lesen zu wenig Break.
Meist durch zu langes Zögern (Zweifel) oder zu zaghaftes Putten. Fix: Routine entwickeln (max. 10 Sekunden), fest genug putten dass der Ball 30-50 cm hinters Loch rollen würde.
Es gibt Blade-Putter (für gerade Schwungbahnen) und Mallet-Putter (fehlerverzeihender, für leichten Bogen). Die meisten Amateurgolfer profitieren von einem Mallet mit höherem Trägheitsmoment. Ein Putter-Fitting beim Pro hilft bei der Wahl.
Ein Lag Putt ist ein langer Putt (über 5 Meter), bei dem das Ziel nicht das Einlochen ist, sondern den Ball in einen 1-Meter-Kreis ums Loch zu bringen. Gute Lag Putts vermeiden Dreiputts — der häufigste Score-Killer.

Vom Wissen zur Praxis

Du hast die Theorie — jetzt übe es auf echten Bahnen. Unsere Trainer helfen dir, das Gelernte auf den Platz zu bringen.

Mitglied im

Unsere Partner

Lade Partner...