Pitchen lernen

~7 Min.6 Kapitel3 Podcast-Tipps

Der Annäherungsschlag aus 30–80 Metern — Technik, Schlägerwahl und die besten Übungslöcher #GolfFürAlle

01

Was ist ein Pitch?

Der hohe Annäherungsschlag aus 30–80 Metern

Ein Pitch ist ein Golfschlag mit hoher Flugbahn und wenig Rollanteil. Er wird typischerweise aus 30–80 Metern gespielt, wenn der Ball hoch fliegen und schnell stoppen soll — zum Beispiel über einen Bunker aufs Grün.

1Pitch vs. Chip

Der Chip rollt mehr als er fliegt (Verhältnis ca. 1:3). Der Pitch fliegt mehr als er rollt (Verhältnis ca. 3:1). Der Übergang ist fließend, aber als Faustregel: Wenn du über ein Hindernis musst oder der Ball schnell stoppen soll → Pitch.

Wann pitchen?

  • Aus 30–80 Metern zum Grün
  • Über Bunker, Wasser oder hohes Rough
  • Wenn das Grün wenig Platz zum Rollen bietet (Fahne nah am Rand)
  • Bei Lagen im halbhohen Rough (Ball liegt tief)

2Der Schlüssel

Beim Pitch bestimmst du die Distanz nicht durch die Stärke des Schlags, sondern durch die Länge des Schwungs. Ein 3/4-Schwung mit dem Pitching Wedge bringt andere Weite als ein voller Schwung mit dem Sand Wedge.

Kernaussage

Pitch = hohe Flugbahn, wenig Roll. Nutze ihn, wenn der Ball über ein Hindernis muss oder schnell stoppen soll.

Übe es auf Bahn B5

Par 3, 75m — perfekte Pitch-Distanz mit dem Pitching Wedge.

19m38m56m5PAR 375 mHCP 7B5
B-Bahnen

Loch B5

Par 375mHCP 7
4 GrünbunkerDetails
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02

Die Pitch-Technik Schritt für Schritt

Setup, Schwung und die häufigsten Fehler

Die Pitch-Technik unterscheidet sich deutlich vom vollen Schwung — es ist eine kontrollierte Verkürzung der Grundbewegung. Der Fokus liegt auf Kontrolle, nicht auf Weite. → Die Grundlagen des Schwungs verstehen

Setup:

  1. 1Ballposition: Leicht rechts der Mitte (bei Rechtshändern)
  2. 2Stand: Schmaler als beim vollen Schwung, leicht offen (Füße zeigen etwas nach links)
  3. 3Gewicht: 60% auf dem vorderen Fuß — und dort bleibt es den ganzen Schwung über
  4. 4Hände: Leicht vor dem Ball (Schaft zeigt zum vorderen Oberschenkel)

Schwung:

  • Arme und Körper bewegen sich zusammen — kein isoliertes Handgelenk-Klappen
  • Rückschwung: Arme gehen zurück, Handgelenke knicken leicht ab
  • Durchschwung: Durch den Ball beschleunigen (nicht abbremsen!)
  • Finish: Hände mindestens auf Brusthöhe

Die 3 häufigsten Fehler:

  1. 1Löffeln: Versuch den Ball "hochzuheben" statt nach unten durchzuschlagen → Ball fliegt flach oder topped
  2. 2Abbremsen: Angst vor zu viel Weite → Schwung verlangsamt sich im Treffmoment → fetter oder dünner Treffer
  3. 3Zu weiter Stand: Wie beim vollen Schwung aufgestellt → keine Kontrolle über die Distanz
Kernaussage

Gewicht vorne, Ball rechts der Mitte, durch den Ball beschleunigen — das sind die drei Eckpfeiler jedes guten Pitch.

Übe es auf Bahn B3

Par 3, 91m — perfekt für einen vollen Pitching-Wedge-Schlag mit sauberem Treffmoment.

23m46m68m3PAR 391 mHCP 8B3
B-Bahnen

Loch B3

Par 391mHCP 8
1 GrünbunkerDetails
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03

Die richtige Schlägerwahl beim Pitchen

Pitching Wedge, Gap Wedge oder Sand Wedge?

Beim Pitchen hast du je nach Distanz und Situation verschiedene Schläger zur Auswahl. Die Wahl bestimmt Flughöhe, Landewinkel und Rollverhalten.

1Die Wedge-Familie

SchlägerLoftTypische WeiteEinsatz
Pitching Wedge (PW)44–48°80–110mStandardpitch, flacherer Flug
Gap Wedge (GW)50–52°70–95mDie Lücke zwischen PW und SW
Sand Wedge (SW)54–56°60–80mHoher Flug, schneller Stopp
Lob Wedge (LW)58–62°40–65mMaximale Höhe, minimaler Roll

Faustregel für die Praxis:

  • 80m+ zum Grün: Pitching Wedge, voller Schwung
  • 60–80m: Gap Wedge oder 3/4-Schwung mit PW
  • 40–60m: Sand Wedge
  • Unter 40m: Lob Wedge oder halber Schwung mit SW
  • Über Bunker/Wasser: Einen Schläger mehr Loft wählen (Ball stoppt schneller)

2Tipp für Einsteiger

Lerne zuerst EINEN Schläger (Pitching Wedge) mit drei verschiedenen Schwunglängen (1/2, 3/4, voll). Das gibt dir drei Distanzen mit einem Schläger — einfacher als vier Schläger zu beherrschen.

Kernaussage

Starte mit dem Pitching Wedge und drei Schwunglängen. Mehr Schläger kommen mit der Erfahrung.

Übe es auf Bahn A3

Par 3, 117m — hier entscheidet die Schlägerwahl: Pitching Wedge voll oder Gap Wedge 3/4.

29m59m88m3PAR 3117 mHCP 17A3
A-Bahnen

Loch A3

Par 3117mHCP 17
1 GrünbunkerDetails
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04

Distanzkontrolle beim Pitch

So triffst du die richtige Weite

Die größte Herausforderung beim Pitchen ist nicht die Richtung — sondern die Distanz. Die meisten Amateurgolfer verschätzen sich um 10–20 Meter.

Das Uhr-System:

  • 7 Uhr (kurzer Rückschwung): ~30% der Maximalweite
  • 9 Uhr (Arme waagerecht): ~50% der Maximalweite
  • 10:30 Uhr (3/4-Schwung): ~75% der Maximalweite
  • 12 Uhr (voller Schwung): 100% der Maximalweite

Beispiel mit Pitching Wedge (100m max):

  • 7 Uhr = ~30m
  • 9 Uhr = ~50m
  • 10:30 Uhr = ~75m
  • Voller Schwung = ~100m

1Wichtig

Lerne DEINE persönlichen Weiten! Geh auf die Driving Range und notiere für jede Uhr-Position und jeden Wedge die Weite. Das ist deine persönliche Distanzkarte — wertvoller als jede Faustregel.

2Der häufigste Fehler

Amateurgolfer schlagen fast immer zu kurz. Grund: Sie denken an die Maximalweite ihres Schlägers, treffen aber selten so sauber wie auf der Range. Tipp: Im Zweifel einen Schläger mehr nehmen.

Kernaussage

Kenne deine Weiten! Drei Schwunglängen mit drei Wedges = neun Distanzen. Das reicht für jede Situation.

Übe es auf Bahn B4

Par 3, 103m — genau die Distanz, bei der Kontrolle wichtiger ist als Kraft.

26m52m77m4PAR 3103 mHCP 10B4
B-Bahnen

Loch B4

Par 3103mHCP 10
2 GrünbunkerDetails
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05

Pitchen aus schwierigen Lagen

Rough, Hanglagen und nasse Bedingungen

Nicht jeder Pitch kommt von einer perfekten Fairway-Lage. So passt du deine Technik an.

Aus dem Rough:

  • Schläger mit mehr Loft wählen (Sand Wedge statt Pitching Wedge)
  • Ball etwas weiter rechts im Stand
  • Steiler anschlagen — mehr Handgelenkseinsatz im Rückschwung
  • Erwarte 10–20% weniger Backspin (Ball rollt mehr aus)

Bergauf-Lage (Ball über den Füßen):

  • Schläger kürzer greifen
  • Ball fliegt höher und kürzer als normal
  • Mehr Schläger nehmen (z.B. PW statt GW)

Bergab-Lage (Ball unter den Füßen):

  • Ball fliegt flacher und weiter
  • Weniger Schläger nehmen
  • Gewicht noch mehr auf den vorderen Fuß

Nasse Bedingungen:

  • Der Ball rollt nach der Landung kaum — plane mit weniger Roll
  • Aus nassem Rough: Die Bounce-Sohle deines Wedge gleitet schlechter → steiler anschlagen
  • Vorsicht bei Pitches über Wasser: Lieber einmal mehr Schläger als riskant knapp darüber

1Die goldene Regel bei schwierigen Lagen

Im Zweifel den sicheren Schlag wählen. Lieber 10 Meter weiter vom Loch als im Bunker oder im Wasser.

Kernaussage

Bei schwierigen Lagen: Einen Schläger mehr Loft, Ball weiter rechts, steiler anschlagen. Im Zweifel sicher spielen.

Übe es auf Bahn C5

Par 3, 122m — anspruchsvolles Grün mit verschiedenen Lagen rund ums Grün.

31m61m92m5PAR 3122 mHCP 9C5
C-Bahnen

Loch C5

Par 3122mHCP 9
Details
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06

Die besten Pitch-Übungen

Auf der Range und auf dem Platz

Pitchen verbessert sich nur durch gezieltes Üben. Diese drei Übungen bringen dich am schnellsten weiter.

11. Der Handtuch-Drill (für sauberen Treffmoment)

Lege ein Handtuch 5 cm hinter den Ball. Wenn du den Ball sauber triffst, geht der Schläger unter dem Ball durch ohne das Handtuch zu berühren. Triffst du das Handtuch → du schlägst zu weit hinter den Ball (fetter Treffer).

22. Die Drei-Zonen-Übung (für Distanzkontrolle)

Stecke auf der Range drei Zonen ab: 30m, 50m, 70m (mit Tees oder Schirmen markieren). Spiele jeweils 5 Bälle in jede Zone. Ziel: Mindestens 3 von 5 Bällen in der richtigen Zone landen. Variiere den Schläger und die Schwunglänge.

33. Die 10-Ball-Challenge (für den Platz)

Auf dem Übungsgrün: Lege den Ball 30 Meter vom Grünrand entfernt. Pitche 10 Bälle und zähle, wie viele auf dem Grün landen. Ziel für Einsteiger: 5/10. Für Fortgeschrittene: 8/10.

Trainingsplan für 30 Minuten:

  • 10 Min: Handtuch-Drill (Treffmoment)
  • 10 Min: Drei-Zonen-Übung (Distanz)
  • 10 Min: 10-Ball-Challenge (Praxis)
Kernaussage

30 Minuten Pitch-Training pro Woche senken deinen Score messbar. Starte mit dem Handtuch-Drill für den sauberen Treffmoment.

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Häufige Fragen zum Pitchen lernen

6 Antworten auf die wichtigsten Fragen

Der Chip rollt mehr als er fliegt (Flug:Roll ca. 1:3), der Pitch fliegt mehr als er rollt (ca. 3:1). Faustregel: Wenn kein Hindernis zwischen dir und dem Grün liegt → Chip. Wenn du über einen Bunker oder Hügel musst → Pitch.
Für den Anfang reicht ein Pitching Wedge (PW, 44–48° Loft). Damit deckst du 80–110m ab. Wer präziser pitchen will, ergänzt ein Sand Wedge (54–56°) für kürzere, höhere Schläge. Ein Lob Wedge (58–62°) ist für Fortgeschrittene.
Mit vollem Schwung 80–110m (je nach Schwunggeschwindigkeit). Die meisten Amateure spielen 85–95m. Wichtiger als die Maximalweite: Kenne deine Weiten bei 3/4- und 1/2-Schwung.
Meist weil das Gewicht zu weit hinten steht (fett) oder du versuchst den Ball hochzulöffeln (dünn). Fix: 60% Gewicht auf den vorderen Fuß, Ball rechts der Mitte, und durch den Ball nach unten schlagen — nicht hochheben.
Starte mit dem Handtuch-Drill: Handtuch 5cm hinter den Ball, sauber treffen ohne Handtuch zu berühren. Dann die Drei-Zonen-Übung auf der Range: 30m, 50m, 70m abmessen und gezielt in diese Zonen pitchen.
Ein Flop Shot (oder Lob Shot) ist ein extrem hoher Pitch mit maximalem Loft (60–64°), offenem Schlägerblatt und vollem Schwung. Der Ball fliegt fast senkrecht hoch und stoppt sofort. Für Fortgeschrittene — riskant, aber spektakulär.

Vom Wissen zur Praxis

Du hast die Theorie — jetzt übe es auf echten Bahnen. Unsere Trainer helfen dir, das Gelernte auf den Platz zu bringen.

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