Pitchen lernen
Der Annäherungsschlag aus 30–80 Metern — Technik, Schlägerwahl und die besten Übungslöcher #GolfFürAlle
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Was ist ein Pitch?
Der hohe Annäherungsschlag aus 30–80 Metern
Ein Pitch ist ein Golfschlag mit hoher Flugbahn und wenig Rollanteil. Er wird typischerweise aus 30–80 Metern gespielt, wenn der Ball hoch fliegen und schnell stoppen soll — zum Beispiel über einen Bunker aufs Grün.
1Pitch vs. Chip
Der Chip rollt mehr als er fliegt (Verhältnis ca. 1:3). Der Pitch fliegt mehr als er rollt (Verhältnis ca. 3:1). Der Übergang ist fließend, aber als Faustregel: Wenn du über ein Hindernis musst oder der Ball schnell stoppen soll → Pitch.
Wann pitchen?
- Aus 30–80 Metern zum Grün
- Über Bunker, Wasser oder hohes Rough
- Wenn das Grün wenig Platz zum Rollen bietet (Fahne nah am Rand)
- Bei Lagen im halbhohen Rough (Ball liegt tief)
2Der Schlüssel
Beim Pitch bestimmst du die Distanz nicht durch die Stärke des Schlags, sondern durch die Länge des Schwungs. Ein 3/4-Schwung mit dem Pitching Wedge bringt andere Weite als ein voller Schwung mit dem Sand Wedge.
Pitch = hohe Flugbahn, wenig Roll. Nutze ihn, wenn der Ball über ein Hindernis muss oder schnell stoppen soll.
Übe es auf Bahn B5
Par 3, 75m — perfekte Pitch-Distanz mit dem Pitching Wedge.
Loch B5
Die Pitch-Technik Schritt für Schritt
Setup, Schwung und die häufigsten Fehler
Die Pitch-Technik unterscheidet sich deutlich vom vollen Schwung — es ist eine kontrollierte Verkürzung der Grundbewegung. Der Fokus liegt auf Kontrolle, nicht auf Weite. → Die Grundlagen des Schwungs verstehen
Setup:
- 1Ballposition: Leicht rechts der Mitte (bei Rechtshändern)
- 2Stand: Schmaler als beim vollen Schwung, leicht offen (Füße zeigen etwas nach links)
- 3Gewicht: 60% auf dem vorderen Fuß — und dort bleibt es den ganzen Schwung über
- 4Hände: Leicht vor dem Ball (Schaft zeigt zum vorderen Oberschenkel)
Schwung:
- Arme und Körper bewegen sich zusammen — kein isoliertes Handgelenk-Klappen
- Rückschwung: Arme gehen zurück, Handgelenke knicken leicht ab
- Durchschwung: Durch den Ball beschleunigen (nicht abbremsen!)
- Finish: Hände mindestens auf Brusthöhe
Die 3 häufigsten Fehler:
- 1Löffeln: Versuch den Ball "hochzuheben" statt nach unten durchzuschlagen → Ball fliegt flach oder topped
- 2Abbremsen: Angst vor zu viel Weite → Schwung verlangsamt sich im Treffmoment → fetter oder dünner Treffer
- 3Zu weiter Stand: Wie beim vollen Schwung aufgestellt → keine Kontrolle über die Distanz
Gewicht vorne, Ball rechts der Mitte, durch den Ball beschleunigen — das sind die drei Eckpfeiler jedes guten Pitch.
Übe es auf Bahn B3
Par 3, 91m — perfekt für einen vollen Pitching-Wedge-Schlag mit sauberem Treffmoment.
Loch B3
Die richtige Schlägerwahl beim Pitchen
Pitching Wedge, Gap Wedge oder Sand Wedge?
Beim Pitchen hast du je nach Distanz und Situation verschiedene Schläger zur Auswahl. Die Wahl bestimmt Flughöhe, Landewinkel und Rollverhalten.
1Die Wedge-Familie
| Schläger | Loft | Typische Weite | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Pitching Wedge (PW) | 44–48° | 80–110m | Standardpitch, flacherer Flug |
| Gap Wedge (GW) | 50–52° | 70–95m | Die Lücke zwischen PW und SW |
| Sand Wedge (SW) | 54–56° | 60–80m | Hoher Flug, schneller Stopp |
| Lob Wedge (LW) | 58–62° | 40–65m | Maximale Höhe, minimaler Roll |
Faustregel für die Praxis:
- 80m+ zum Grün: Pitching Wedge, voller Schwung
- 60–80m: Gap Wedge oder 3/4-Schwung mit PW
- 40–60m: Sand Wedge
- Unter 40m: Lob Wedge oder halber Schwung mit SW
- Über Bunker/Wasser: Einen Schläger mehr Loft wählen (Ball stoppt schneller)
2Tipp für Einsteiger
Lerne zuerst EINEN Schläger (Pitching Wedge) mit drei verschiedenen Schwunglängen (1/2, 3/4, voll). Das gibt dir drei Distanzen mit einem Schläger — einfacher als vier Schläger zu beherrschen.
Starte mit dem Pitching Wedge und drei Schwunglängen. Mehr Schläger kommen mit der Erfahrung.
Übe es auf Bahn A3
Par 3, 117m — hier entscheidet die Schlägerwahl: Pitching Wedge voll oder Gap Wedge 3/4.
Loch A3
Distanzkontrolle beim Pitch
So triffst du die richtige Weite
Die größte Herausforderung beim Pitchen ist nicht die Richtung — sondern die Distanz. Die meisten Amateurgolfer verschätzen sich um 10–20 Meter.
Das Uhr-System:
- 7 Uhr (kurzer Rückschwung): ~30% der Maximalweite
- 9 Uhr (Arme waagerecht): ~50% der Maximalweite
- 10:30 Uhr (3/4-Schwung): ~75% der Maximalweite
- 12 Uhr (voller Schwung): 100% der Maximalweite
Beispiel mit Pitching Wedge (100m max):
- 7 Uhr = ~30m
- 9 Uhr = ~50m
- 10:30 Uhr = ~75m
- Voller Schwung = ~100m
1Wichtig
Lerne DEINE persönlichen Weiten! Geh auf die Driving Range und notiere für jede Uhr-Position und jeden Wedge die Weite. Das ist deine persönliche Distanzkarte — wertvoller als jede Faustregel.
2Der häufigste Fehler
Amateurgolfer schlagen fast immer zu kurz. Grund: Sie denken an die Maximalweite ihres Schlägers, treffen aber selten so sauber wie auf der Range. Tipp: Im Zweifel einen Schläger mehr nehmen.
Kenne deine Weiten! Drei Schwunglängen mit drei Wedges = neun Distanzen. Das reicht für jede Situation.
Übe es auf Bahn B4
Par 3, 103m — genau die Distanz, bei der Kontrolle wichtiger ist als Kraft.
Loch B4
Pitchen aus schwierigen Lagen
Rough, Hanglagen und nasse Bedingungen
Nicht jeder Pitch kommt von einer perfekten Fairway-Lage. So passt du deine Technik an.
Aus dem Rough:
- Schläger mit mehr Loft wählen (Sand Wedge statt Pitching Wedge)
- Ball etwas weiter rechts im Stand
- Steiler anschlagen — mehr Handgelenkseinsatz im Rückschwung
- Erwarte 10–20% weniger Backspin (Ball rollt mehr aus)
Bergauf-Lage (Ball über den Füßen):
- Schläger kürzer greifen
- Ball fliegt höher und kürzer als normal
- Mehr Schläger nehmen (z.B. PW statt GW)
Bergab-Lage (Ball unter den Füßen):
- Ball fliegt flacher und weiter
- Weniger Schläger nehmen
- Gewicht noch mehr auf den vorderen Fuß
Nasse Bedingungen:
- Der Ball rollt nach der Landung kaum — plane mit weniger Roll
- Aus nassem Rough: Die Bounce-Sohle deines Wedge gleitet schlechter → steiler anschlagen
- Vorsicht bei Pitches über Wasser: Lieber einmal mehr Schläger als riskant knapp darüber
1Die goldene Regel bei schwierigen Lagen
Im Zweifel den sicheren Schlag wählen. Lieber 10 Meter weiter vom Loch als im Bunker oder im Wasser.
Bei schwierigen Lagen: Einen Schläger mehr Loft, Ball weiter rechts, steiler anschlagen. Im Zweifel sicher spielen.
Übe es auf Bahn C5
Par 3, 122m — anspruchsvolles Grün mit verschiedenen Lagen rund ums Grün.
Loch C5
Die besten Pitch-Übungen
Auf der Range und auf dem Platz
Pitchen verbessert sich nur durch gezieltes Üben. Diese drei Übungen bringen dich am schnellsten weiter.
11. Der Handtuch-Drill (für sauberen Treffmoment)
Lege ein Handtuch 5 cm hinter den Ball. Wenn du den Ball sauber triffst, geht der Schläger unter dem Ball durch ohne das Handtuch zu berühren. Triffst du das Handtuch → du schlägst zu weit hinter den Ball (fetter Treffer).
22. Die Drei-Zonen-Übung (für Distanzkontrolle)
Stecke auf der Range drei Zonen ab: 30m, 50m, 70m (mit Tees oder Schirmen markieren). Spiele jeweils 5 Bälle in jede Zone. Ziel: Mindestens 3 von 5 Bällen in der richtigen Zone landen. Variiere den Schläger und die Schwunglänge.
33. Die 10-Ball-Challenge (für den Platz)
Auf dem Übungsgrün: Lege den Ball 30 Meter vom Grünrand entfernt. Pitche 10 Bälle und zähle, wie viele auf dem Grün landen. Ziel für Einsteiger: 5/10. Für Fortgeschrittene: 8/10.
Trainingsplan für 30 Minuten:
- 10 Min: Handtuch-Drill (Treffmoment)
- 10 Min: Drei-Zonen-Übung (Distanz)
- 10 Min: 10-Ball-Challenge (Praxis)
30 Minuten Pitch-Training pro Woche senken deinen Score messbar. Starte mit dem Handtuch-Drill für den sauberen Treffmoment.
Top 5 Bahnen bei Siek
Die spannendsten Bahnen zum Thema — perfekt zum Üben und Erleben.
Loch B3
Par 3, 91m — perfekt für einen vollen Pitching-Wedge-Schlag mit sauberem Treffmoment.
DetailsLoch A3
Par 3, 117m — hier entscheidet die Schlägerwahl: Pitching Wedge voll oder Gap Wedge 3/4.
DetailsLoch B4
Par 3, 103m — genau die Distanz, bei der Kontrolle wichtiger ist als Kraft.
DetailsLoch C5
Par 3, 122m — anspruchsvolles Grün mit verschiedenen Lagen rund ums Grün.
DetailsHäufige Fragen zum Pitchen lernen
6 Antworten auf die wichtigsten Fragen
Vom Wissen zur Praxis
Du hast die Theorie — jetzt übe es auf echten Bahnen. Unsere Trainer helfen dir, das Gelernte auf den Platz zu bringen.