Der Golfschwung
Eisen- und Driver-Schwung verstehen, Schwungphasen kennenlernen und häufige Fehler beheben — mit Übungslöchern auf 27 Bahnen #GolfFürAlle
Auf dieser Seite
Der Schwung in 5 Phasen
Vom Takeaway bis zum Finish — was in jeder Phase passiert und warum

Der Golfschwung ist eine zusammenhängende Bewegung — aber es hilft, ihn in fünf Phasen zu verstehen. Nicht um mechanisch zu denken, sondern um zu wissen, worauf es ankommt.
1Phase 1 — Takeaway (Rücknahme)
Die ersten 30–50 cm des Rückschwungs. Arme, Hände und Oberkörper bewegen sich als Einheit vom Ball weg. Kein Handgelenk-Knicken, kein Hochreißen. Das Tempo ist ruhig. Wer hier hektisch wird, verliert für den Rest des Schwungs die Kontrolle.
2Phase 2 — Ausholen (Backswing)
Der Schläger geht nach oben, der Oberkörper dreht gegen den Unterkörper. Die Schultern drehen sich idealerweise 90°, die Hüfte ca. 45°. Diese Spannungsdifferenz zwischen Ober- und Unterkörper ist die Energiequelle des Schwungs — wie ein aufgezogenes Gummiband.
3Phase 3 — Abschwung (Downswing)
Die Hüfte startet, nicht die Arme. Das ist der Schlüsselmoment. Die gespeicherte Rotation löst sich von unten nach oben. Die Handgelenke halten den Winkel so lange wie möglich — das erzeugt Schlägerkopfgeschwindigkeit im richtigen Moment.
4Phase 4 — Treffmoment (Impact)
Der Bruchteil einer Sekunde, in dem es zählt. Alles davor ist Vorbereitung, alles danach Folge. Bei guten Schwüngen sind im Treffmoment die Hände leicht vor dem Ball, das Gewicht ist auf dem vorderen Fuß und die Hüfte ist bereits zum Ziel geöffnet.
5Phase 5 — Durchschwung und Finish
Der Schläger folgt der Schwungbahn, der Körper dreht sich zum Ziel durch. Ein gutes Finish ist ausbalanciert — du könntest 3 Sekunden stehen bleiben. Ein wackeliges Finish zeigt fast immer einen Fehler vorher im Schwung.
5 Phasen: Takeaway → Ausholen → Abschwung → Treffmoment → Finish. Die Hüfte startet den Abschwung, nicht die Arme — das ist der wichtigste Einzelpunkt.
Übe es auf Bahn A7
Par 4, 327m — mittleres Par 4 ohne große Gefahren. Hier zeigt sich, ob der Schwung sitzt.
Loch A7
Eisen-Schwung — die Basis für alles
Warum der Eisen-Schwung die Grundlage für dein gesamtes Spiel ist
Der Eisen-Schwung ist das Fundament. Wer sauber Eisen schlägt, hat die Technik für 80% aller Schläge auf dem Platz. Driver, Kurzspiel und selbst Bunker-Schläge sind Variationen des Eisen-Schwungs — nicht umgekehrt.
1Was den Eisen-Schwung besonders macht
Im Gegensatz zum Driver schlägst du den Ball beim *Abschwung* — der Schlägerkopf trifft zuerst den Ball und dann den Boden. Das erzeugt ein Divot (Rasenstück) *nach* dem Ball, nicht davor. Dieses absteigende Treffen (Ball-Boden-Kontakt) ist der Schlüssel zu sauberen Eisenschlägen.
Setup: → Alle Setup-Details: Griff, Stand, Ballposition & Ausrichtung
- 1Ballposition: Mittig bis leicht links der Mitte — je länger das Eisen, desto weiter links
- 2Stand: Schulterbreit, Gewicht leicht auf dem vorderen Fuß (55/45)
- 3Hände: Leicht vor dem Ball — der Schaft zeigt zum vorderen Oberschenkel
- 4Oberkörper: Leicht nach vorne geneigt, Arme hängen entspannt
2Der Treffmoment
Das Ziel ist "Ball zuerst, Boden danach". Wer den Boden vor dem Ball trifft (fetter Treffer) oder den Ball nur mit der Unterkante streift (dünner Treffer), hat meist die Hände beim Impact hinter dem Ball statt davor. → Mehr zu Ballflug und Treffmoment
3Warum das Divot so viel verrät
Ein Divot, das *nach* der Ballposition beginnt, zeigt einen sauberen absteigenden Schlag. Ein Divot *vor* der Ballposition zeigt, dass du zu früh in den Boden schlägst. Die Richtung des Divots zeigt deine Schwungbahn — zeigt es nach links, schwingst du von außen nach innen.
Der Eisen-Schwung ist die Basis: Ball zuerst, Boden danach. Wer das beherrscht, hat die Grundlage für fast alle Schläge auf dem Platz.
Übe es auf Bahn A4
Par 4, 417m, HCP 3 — nach dem Drive brauchst du einen sauberen Eisenschlag aufs Grün. Hier zeigt sich die Qualität deines Eisen-Schwungs.
Loch A4
Driver-Schwung — mehr Weite vom Abschlag
Warum der Driver anders funktioniert als ein Eisen — und warum "fester draufhauen" nicht die Lösung ist
Der Driver-Schwung folgt den gleichen Grundprinzipien wie der Eisen-Schwung — aber mit drei entscheidenden Unterschieden. Wer diese kennt, gewinnt Weite, ohne die Kontrolle zu verlieren.
1Unterschied 1 — Aufsteigender statt absteigender Schlag
Beim Eisen triffst du den Ball im Abschwung (Ball-Boden-Kontakt). Beim Driver triffst du den Ball im *Aufschwung* — der Schlägerkopf hat den tiefsten Punkt bereits passiert und bewegt sich nach oben. Das erzeugt den optimalen Startwinkel von 12–15° mit weniger Backspin. → Mehr zum Abschlag und Driver-Technik
2Unterschied 2 — Breiterer Stand und Ballposition vorne
Die Füße stehen schulterbreit oder breiter. Der Ball liegt auf Höhe der linken Ferse (Rechtshänder). Das Gewicht startet 55% auf dem hinteren Fuß. All das unterstützt das Aufwärtstreffen.
3Unterschied 3 — Bogen statt Steilheit
Der Driver ist der längste Schläger im Bag. Der Schwung beschreibt einen flacheren, weiteren Bogen als beim Eisen. Das erzeugt den Hebel für Schlägerkopfgeschwindigkeit. Nicht steiler schwingen, sondern *weiter*.
4Warum "fester draufhauen" nicht funktioniert
80% der Weite kommt aus der Technik — sauberes Treffen in der Mitte der Schlagfläche, richtiger Aufwärtstreffwinkel, guter Schwungtempo-Rhythmus. 10% mehr Kraft bringt nur 3–5 Meter mehr Weite, kostet aber oft 20% Genauigkeit. Die Tour-Profis schwingen mit ~85% ihrer maximalen Geschwindigkeit.
5Typisches Problem — der Slice
Der häufigste Driver-Fehler — 80% aller Amateurgolfer kennen ihn. Warum er passiert und wie du ihn Schritt für Schritt behebst: → Slice verstehen und korrigieren
Der Driver schlägt den Ball im Aufschwung, nicht im Abschwung. Breiterer Stand, Ball vorne, Bogen statt Steilheit — das sind die drei Unterschiede zum Eisen-Schwung.
Übe es auf Bahn C2
Par 6, 622m — das längste Loch Norddeutschlands. Hier zählt jeder Meter vom Driver-Schwung.
Loch C2
Kurzspiel-Schwung — Kontrolle statt Weite
Chippen, Pitchen und Bunker als Varianten des Grundschwungs
Im Kurzspiel wird der Schwung kürzer, kontrollierter und präziser. Es sind keine komplett neuen Bewegungen — sondern Verkleinerungen des Grundschwungs mit gezielten Anpassungen.
1Der Chip-Schwung
Ein Mini-Schwung, fast wie eine Pendelbewegung. Arme und Schultern schwingen zusammen, die Handgelenke bleiben ruhig. Gewicht dauerhaft auf dem vorderen Fuß. Der Schlüssel: Abwärtstreffmoment — zuerst den Ball, dann den Boden. → Mehr zur Chip-Technik
2Der Pitch-Schwung
Ein verkürzter Schwung mit bewusster Längensteuerung. Hier kommt das Uhr-System ins Spiel: 7-Uhr-Position (kurzer Rückschwung) = ~30% Weite, 9-Uhr = ~50%, 10:30 Uhr = ~75%, 12 Uhr = voller Schwung. Die Distanz wird durch die Schwunglänge bestimmt, nicht durch Krafteinsatz. → Mehr zum Pitchen und Uhr-System
3Der Bunker-Schwung
Die spezielle Variante: Du triffst absichtlich *nicht* den Ball, sondern den Sand 3–4 cm davor. Offene Schlagfläche, durchschwingen. Der Sand trägt den Ball heraus. Im Fairway-Bunker dreht sich das Prinzip um — hier willst du den Ball sauber treffen. → Mehr zum Bunker-Spiel
4Das Uhr-System in der Praxis
Stelle dir deinen Rückschwung als Uhrzeiger vor. Ein 9-Uhr-Schwung (Hände auf Hüfthöhe) mit dem Pitching Wedge ergibt etwa 50 Meter. Ein 10:30-Schwung (Hände auf Schulterhöhe) etwa 75 Meter. So bekommst du reproduzierbare Distanzen, ohne jedes Mal die Kraft zu variieren.
5Übungstipp
Beginne mit dem Chip-Schwung als kürzeste Variante. Wenn der sitzt, verlängere zum Pitch. Dann zum 3/4-Schwung. So baust du dein Schwunggefühl von klein nach groß auf — und lernst Kontrolle vor Weite.
Im Kurzspiel bestimmt die Schwunglänge die Distanz, nicht die Kraft. Chip-Pendel → Pitch mit Uhr-System → 3/4-Schwung: von klein nach groß aufbauen.
Übe es auf Bahn B5
Par 3, 75m — das kürzeste Loch bei Siek. Hier entscheidet der kontrollierte Kurzspiel-Schwung.
Loch B5
Häufige Schwungfehler erkennen und beheben
Die typischen Probleme — und warum sie jeder kennt, egal ob Anfänger oder Single-Handicapper
Jeder Golfer kämpft mit Schwungfehlern — das gehört dazu. Entscheidend ist, sie zu erkennen und systematisch zu beheben. Hier sind die häufigsten.
1Überschwingen (Over-Swing)
Der Schläger geht im Rückschwung über die Parallele hinaus, oft bis der Schaft auf den Boden zeigt. Das fühlt sich kraftvoll an, kostet aber Kontrolle. Ursache: Die Arme schwingen weiter, nachdem die Schulterrotation aufhört. Fix: Kürzerer Rückschwung, Gefühl von "kompakt". Ein 3/4-Rückschwung mit guter Rotation erzeugt mehr Präzision bei kaum weniger Weite.
2Swaying statt Drehen
Der Körper verschiebt sich seitlich statt zu rotieren. Das Gewicht geht nach rechts, kommt aber nicht richtig zurück — fette und dünne Treffer wechseln sich ab. Fix: Stelle dir vor, du drehst dich um eine Achse (deine Wirbelsäule). Das rechte Knie bleibt stabil im Rückschwung.
3Over-the-Top
Der häufigste Schwungbahnfehler. Im Abschwung wird der Schläger "über" die korrekte Ebene geworfen — von außen nach innen. Das Ergebnis: Slice (Ball dreht nach rechts) oder Pull (Ball fliegt gerade nach links). Fix: Den Abschwung mit der Hüfte starten, den rechten Ellbogen nah am Körper fallen lassen. → Wie sich Schwungfehler auf den Ballflug auswirken
4Schlechtes Tempo
Hastig zurück, hastig durch den Ball — keine Zeit für die richtige Sequenz. Fix: Zähle "Eins" im Rückschwung, "Und" in der Transition, "Zwei" im Durchschwung. Oder nutze den Walzer-Rhythmus: "Eins-zwei-drei". Das Tempo ist individuell, aber die Ratio von Rück- zu Abschwung ist bei allen guten Golfern etwa 3:1.
5Löffeln (Scooping)
Versuch, den Ball "hochzuheben" statt nach unten durch den Ball zu schlagen. Besonders bei Eisen und Kurzspiel fatal. Das Handgelenk knickt im Impact durch statt stabil zu bleiben. Fix: Hände immer vor dem Ball im Treffmoment. Übe mit einem Alignment-Stick im Griff, der an deiner linken Hüfte vorbeigeht — wenn er dich trifft, löffelst du.
Die meisten Schwungfehler haben einfache Ursachen. Over-the-Top? Hüfte starten. Überschwingen? Kürzer, kompakter. Scooping? Hände vor dem Ball.
Übe es auf Bahn A8
Par 4, 417m, HCP 5 — ein ehrliches Loch, das jeden Schwungfehler gnadenlos bestraft.
Loch A8
Video-Empfehlungen

Fabian Bünker Golfakademie
Die 3 häufigsten Fehler im Golfschwung
PGA-Pro zeigt die drei verbreitetsten Schwungfehler mit Kameraanalyse und konkreten Korrektur-Drills.

Florian Raggl Golf
Over the Top im Golf Schwung — Swing Fix
Fokussiert auf den häufigsten Schwungbahnfehler (Over-the-Top) mit Zeitlupen-Vergleich vorher/nachher.
Schwung verbessern — praktische Tipps
Probeschwung, Range-Routine, Handy-Video und wann Unterricht hilft
Du musst nicht deinen Schwung komplett umbauen, um besser zu werden. Oft reichen kleine, gezielte Anpassungen — und die richtigen Übungsmethoden.
1Den Probeschwung richtig nutzen
Ein Probeschwung ist keine Pflicht, aber ein mächtiges Werkzeug. Nutze ihn nicht zum "Aufwärmen", sondern um den gewünschten Schwung zu fühlen. Fokussiere auf genau einen Aspekt: Tempo, Bodenkontakt oder Schwungbahn. Mache maximal einen Probeschwung — mehr verlangsamt das Spiel und erhöht die Verunsicherung.
2Range-Routine für Schwungarbeit
Trenne Schwungarbeit von Scoring-Training. Bei Schwungarbeit geht es nicht darum, wo der Ball landet, sondern wie sich die Bewegung anfühlt. Langsame Schwünge mit 50% Tempo, Fokus auf einen einzelnen Aspekt. 20 bewusste Schwünge bringen mehr als 100 automatische.
3Video-Analyse mit dem Handy
Stelle dein Handy hinter dich (auf Hüfthöhe, auf der Ziellinie) oder seitlich (auf Handhöhe). Filme deinen Schwung in Zeitlupe. Vergleiche mit dem, was du fühlst vs. was du siehst — die Diskrepanz ist fast immer überraschend. Konzentriere dich auf: Steht die Hüfte im Treffmoment offen? Sind die Hände vor dem Ball? Wie sieht das Finish aus?
4Wann Golfunterricht hilft
Wenn du nach 2–3 Wochen Eigenarbeit an einem Problem keine Verbesserung siehst, spart eine Stunde mit einem Pro Monate Frustration. Gerade Schwungfehler, die man nicht selbst sehen kann (z.B. Griffhaltung, Schwungebene), brauchen einen externen Blick. → Einzeltraining bei unseren Pros buchen
5Was Schwungtraining NICHT ist
Schwungarbeit auf der Range ist nicht das Gleiche wie Scoring-Training auf dem Platz. Beides hat seinen Platz — aber mische es nicht. Auf der Range: Technik. Auf dem Platz: Strategie, Routine, mentale Stärke. → Mehr zu strukturiertem Training
Ein Probeschwung mit Fokus, 20 bewusste Range-Schwünge und ein Handy-Video verraten mehr als 100 gedankenlose Schläge. Und: Eine Pro-Stunde spart Monate.
Übe es auf Bahn A3
Par 3, 117m, HCP 17 — kurzes Eisen, wenig Druck. Hier spürst du sofort, ob der Kontakt sauber ist.
Loch A3
Top 5 Bahnen bei Siek
Die spannendsten Bahnen zum Thema — perfekt zum Üben und Erleben.
Loch C2
Par 6, 622m — das längste Loch Norddeutschlands. Hier zählt jeder Meter vom Driver-Schwung.
DetailsLoch B5
Par 3, 75m — das kürzeste Loch bei Siek. Hier entscheidet der kontrollierte Kurzspiel-Schwung.
DetailsLoch A8
Par 4, 417m, HCP 5 — ein ehrliches Loch, das jeden Schwungfehler gnadenlos bestraft.
DetailsLoch C6
Par 5, 539m mit 10 Bunkern — alle Schwungvarianten gefragt: Drive, Eisen, Kurzspiel.
DetailsHäufige Fragen zum Der Golfschwung
7 Antworten auf die wichtigsten Fragen
Vom Wissen zur Praxis
Du hast die Theorie — jetzt übe es auf echten Bahnen. Unsere Trainer helfen dir, das Gelernte auf den Platz zu bringen.



