Golf-Glossar

Abschwung

Der Abschwung (engl. Downswing) ist die Bewegung vom höchsten Punkt des Rückschwungs bis zum Treffmoment (Impact). In dieser nur 0,25-0,3 Sekunden langen Phase entscheidet sich:

  • Power: Wie viel Energie überträgst du auf den Ball?
  • Genauigkeit: Trifft der Schläger square auf den Ball?
  • Ballflug: Slice, Hook oder geradeaus?
Die drei Phasen:

1. Transition (Übergang): Der Wechsel von Rück- zu Abschwung

2. Downswing: Die Beschleunigung zum Ball

3. Impact: Der Treffmoment

Wichtig: Der Abschwung ist NICHT einfach das Gegenteil des Rückschwungs - die Bewegungsabfolge ist komplett anders!

Vertiefung: Abschwung verstehen

📖 3 Min

Die Bewegungssequenz im Abschwung

Die richtige Reihenfolge (kinetische Kette):
  • Hüfte startet (0,00s)
  • - Erste Bewegung: Hüfte dreht zum Ziel - Gewicht verlagert sich auf linkes Bein - Wichtig: Hüfte führt, nicht die Arme!
  • Oberkörper folgt (0,05s)
  • - Schultern beginnen zu rotieren - Verzögerung ist wichtig (Lag!) - Arme fallen noch passiv nach unten
  • Arme beschleunigen (0,10s)
  • - Arme schwingen durch die Schwungebene - Handgelenke noch "gelaggt" (angewinkelt) - Ellenbogen nah am Körper
  • Schlägerkopf entlädt (0,20s)
  • - Handgelenke lösen sich kurz vor Impact - Release: Maximale Geschwindigkeit am Ball - Hände führen, Schläger folgt
  • Impact (0,25-0,3s)
  • - Schläger trifft Ball square (im Idealfall) - Hände VOR dem Schlägerkopf (Forward Lean) - Gewicht 70-80% auf linkem Bein Häufigster Fehler: Viele Golfer starten den Abschwung mit den Armen statt mit der Hüfte → Slice, Powerless, inkonsistent

    Transition: Der kritische Moment

    Was ist Transition? Der Übergang vom Rückschwung zum Abschwung - der Moment, wo die Bewegungsrichtung wechselt. Warum so wichtig?
    • Hier verlieren die meisten Golfer die Sequenzierung
    • Typisch: Arme/Schultern starten zu früh ("Over the Top")
    • "Start from the Ground Up": Füße → Beine → Hüfte → Schultern → Arme
    Die "Pause" im Transition:
    • Profis haben minimale "Pause" am höchsten Punkt
    • Kein Stopp, sondern Richtungswechsel
    • Wie ein Pendel: Smooth, nicht ruckartig
    Gefühl: "Die Hüfte startet, während die Arme noch oben sind"

    Der "Shallowing"-Effekt

    Was ist Shallowing? Die Abflachung der Schwungebene im Abschwung. Visualisierung:
    • Backswing: Steile Ebene (Arme gehen hoch)
    • Downswing: Flachere Ebene (Arme fallen "hinter" den Körper)
    • Resultat: Schläger kommt von innen zum Ball
    Warum wichtig?
    • Von innen treffen = Draw-Bias (leichtes Rechts-nach-Links)
    • Verhindert "Over the Top" (steiler Abschwung = Slice)
    • Mehr Power durch optimalen Angriffswinkel
    Wie erreichen?
  • Hüfte startet Abschwung (automatisch flacher!)
  • Arme fallen passiv nach unten
  • Rechter Ellenbogen (Rechtshänder) nah am Körper
  • Nicht aktiv manipulieren - passiert durch richtige Sequenz
  • Lag und Release

    Was ist Lag? Der Winkel zwischen Unterarm und Schlägerschaft im Abschwung. Beispiel:
    • Viel Lag: 90° Winkel bis kurz vor Impact (Profi-Level)
    • Wenig Lag: Handgelenke strecken sich früh (Amateur)
    Warum Lag?
    • Speichert Energie bis zum letzten Moment
    • Release am Ball = maximale Schlägerkopfgeschwindigkeit
    • Wie beim Peitsche-Schwingen: Energie läuft durch
    Häufiger Fehler: "Casting"
    • Handgelenke lösen sich zu früh im Abschwung
    • Energie verpufft VOR dem Ball
    • Konsequenz: Wenig Power, inkonsistenter Kontakt
    Richtig: Lag halten bis knapp vor Impact, dann explosiver Release

    Gewichtsverlagerung im Abschwung

    Die Bewegung:
    • Start: 70% Gewicht rechts (Rechtshänder)
    • Transition: Gewicht beginnt zu shiften
    • Mid-Downswing: 50/50 Verteilung
    • Impact: 70-80% Gewicht links
    • Follow-Through: 95% Gewicht links
    Wie spüren?
    • Drill: Versuche, rechten Fuß kurz nach Impact zu heben
    • Wenn du umfällst → zu wenig Gewicht links!
    Wichtig: Gewichtsverlagerung ≠ Sway
    • Sway: Hüfte schiebt seitlich (schlecht)
    • Shift: Gewicht dreht zum Ziel (gut)

    Die häufigsten Fehler

    📖 1 Min

    Over the Top Der Schläger kommt von außennachinnen zum Ball (steiler Abschwung). → Konsequenz: Slice (Ball dreht re...

    Over the Top

    Der Schläger kommt von außen-nach-innen zum Ball (steiler Abschwung).

    Konsequenz: Slice (Ball dreht rechts), Pull (Ball startet links), schwacher Kontakt
    Ursache: Schultern/Arme starten Abschwung statt Hüfte
    Richtig: Hüfte führt, Arme fallen passiv nach unten
    Fokus: "Hüfte öffnet, während Arme noch oben sind"

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    Casting (Early Release)

    Handgelenke strecken sich zu früh, Lag geht verloren.

    Konsequenz: Keine Power, Ball fliegt zu niedrig oder zu hoch, Fetten
    Ursache: Versuch, Ball zu "treffen" statt durchzuschwingen
    Richtig: Lag halten, Handgelenke lösen sich erst kurz vor Impact
    Fokus: "Hände führen, Schläger folgt"

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    Chicken Wing

    Linker Ellenbogen knickt ab im Durchschwung (wie ein Hühnerflügel).

    Konsequenz: Schwacher Slice, kein Durchschwung, Gelenk-Schmerzen
    Ursache: Körper dreht nicht genug, Arme müssen ausweichen
    Richtig: Volle Rotation, linker Arm bleibt gestreckt
    Fokus: "Brust dreht durch, Arme folgen"

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    Zu schneller Abschwung

    "Ich knalle den Ball" - Abschwung ist zu aggressiv.

    Konsequenz: Schlechtes Timing, inkonsistenter Kontakt, Schläger überholt Hände
    Ursache: Mentaler Fokus auf "Hart schlagen" statt "Smooth schwingen"
    Richtig: Tempo 7/10 im Abschwung (nicht 10/10!)
    Fokus: "Smooth ist schnell" - Rhythmus over Kraft

    Training & Drills

    📖 2 Min

    Übung 1: FeetTogether Drill Ziel: AbschwungSequenz ohne Power isolieren Setup: Füße zusammen (Fersen berühren sich...

    Übung 1: Feet-Together Drill

    Ziel: Abschwung-Sequenz ohne Power isolieren Setup:
    • Füße zusammen (Fersen berühren sich)
    • 7er Eisen oder Wedge
    • Ball vor dir (oder Luftschwung)
    Durchführung:
  • Normaler Rückschwung (vorsichtig, Balance!)
  • Abschwung: Hüfte führt
  • Fokus: Smooth und balanciert
  • Finish halten (5 Sekunden)
  • Fokuspunkt: Ohne breiten Stand MUSST du die richtige Sequenz nutzen, sonst fällst du um Progression: Wenn 10 Schläge in Balance → Füße wieder normal

    Übung 2: Pump Drill

    Ziel: Shallowing und korrekter Abschwung-Pfad spüren Setup:
    • Normaler Stand
    • Schläger (beliebig)
    • Kein Ball (erst später)
    Durchführung:
  • Normaler Rückschwung bis Top
  • Starte Abschwung → Stopp bei Hüfthöhe
  • Zurück zum Top
  • Wieder Abschwung → Stopp
  • Wiederhole 5x ("Pumpen")
  • Beim 6. Mal: Voll durchschwingen
  • Fokuspunkt: Im Abschwung spürst du, wie Arme hinter den Körper fallen (Shallowing!) Erfolgskriterium: Schläger kommt von innen zum Ball

    Übung 3: Step-Through Drill

    Ziel: Gewichtsverlagerung und Timing Setup:
    • Normale Ballposition
    • 7er Eisen
    • Platz zum Schritt nach vorne
    Durchführung:
  • Normaler Rückschwung
  • Abschwung: Starte mit Hüfte
  • Vor Impact: Linker Fuß macht Schritt vorwärts
  • Schlag den Ball während du schreitest
  • Follow-Through mit Gewicht voll vorne
  • Fokuspunkt: Der Schritt erzwingt die richtige Gewichtsverlagerung Variante: Ohne Schritt, aber rechter Fuß hebt ab nach Impact

    Übung 4: Towel-Under-Arm Drill

    Ziel: Arme nah am Körper halten (verhindert Chicken Wing) Setup:
    • Handtuch unter rechte Achsel klemmen
    • 8er/9er Eisen
    • Range oder Garten
    Durchführung:
  • Normaler Schwung
  • Challenge: Handtuch darf NICHT rausfallen
  • Wenn Handtuch fällt → Arme zu weit weg vom Körper
  • Fokuspunkt: Arme bleiben verbunden mit Körper-Rotation Progression: Wenn 20 Schläge mit Handtuch → ohne Handtuch wiederholen

    Am Golfplatz Siek

    📖 1 Min

    Wo ist Abschwung kritisch? Kritische Löcher: Loch 8 (Par4, 364m): Enges Fairway AbschwungKontrolle verhindert Slic...

    Wo ist Abschwung kritisch?

    Kritische Löcher:
    • Loch 8 (Par-4, 364m): Enges Fairway - Abschwung-Kontrolle verhindert Slice ins Aus
    • Loch 17 (Par-4, 391m): Driver-Präzision - korrekter Abschwung für Fairway-Treffer
    • Loch A5 (Par-5, 507m): Lange Eisen/Hybrid - Shallowing für Draw-Ballflug
    Training-Bereich:
    • Driving Range: Pump-Drill zwischen Schlägen
    • Practice Area: Step-Through Drill ohne Ball üben
    • Spiegel am Club: Abschwung-Position checken

    Siek-Spezifisch: Wind und Abschwung

    Wind am offenen Platz Siek erfordert angepassten Abschwung:

    Rückenwind:
    • Normaler Abschwung, volle Power
    • Shallowing ausnutzen für Draw (extra Länge)
    Gegenwind:
    • Kontrollierter Abschwung (Tempo 6/10)
    • Ball weiter hinten → tieferer Treffpunkt
    • Ziel: Flacher Ballflug, wenig Spin
    Seitenwind (West → Ost auf Loch 9):
    • Abschwung von innen = Draw-Bias
    • Nutze Wind: Aim rechts, lass Ball zurückdrehen
    • Strategie: Shallowing ist dein Freund!

    Das sagen Experten

    📖 2 Min

    Erkenntnisse aus 104 PodcastErwähnungen TopErkenntnisse: 1. Der Abschwung dauert nur 0,25 Sekunden zu kurz zum akt...

    Erkenntnisse aus 104 Podcast-Erwähnungen

    Top-Erkenntnisse:
  • Der Abschwung dauert nur 0,25 Sekunden - zu kurz zum aktiven Steuern! Deshalb ist der Transition-Moment so kritisch. Was du DORT richtig machst (Hüfte startet!), läuft automatisch korrekt ab. Versuche NICHT den Abschwung zu kontrollieren - trainiere den START.
  • "Shallowing" passiert automatisch bei korrekter Hüft-Sequenz - Du musst den Schläger nicht aktiv abflachen. Wenn die Hüfte den Abschwung führt, fallen die Arme automatisch hinter den Körper und der Schläger kommt von innen. Aktives Manipulieren führt meist zu Überkompensation.
  • 95% aller Abschwung-Probleme starten in der Transition - "Over the Top", "Casting", "Chicken Wing" - alle haben die gleiche Ursache: Schultern/Arme starten statt Hüfte. Fix die Transition, fix den Abschwung. Ein Drill: Halte am Top kurz inne (1 Sekunde), dann starte bewusst mit Hüfte.
  • *Basierend auf 104 Erwähnungen in Golf-Podcasts (Golfstunde, Golf in Leicht, Athletic Motion Golf).*

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    💡 Siehe auch:


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    📞 Abschwung-Technik & Video-Analyse: 04107-851201

    *Dieser Artikel basiert auf 104 Erwähnungen in führenden deutschen Golf-Podcasts und wurde speziell für Golfer am Platz Siek aufbereitet.*

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